Monika Wegler im Interview

monika-weglerMonika Wegler zählt europaweit zu den Top Heimtierfotografen, hat mehr als 90 erfolgreiche Ratgeber illustriert und viele davon auch selbst geschrieben. Neben der Bucharbeit ist sie durch ihre beliebten Tierkalender, unzählige Veröffentlichungen in Zeitschriften und in der Werbung, sowie eigene Applikation weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden. Wir haben sie zu ihrer Arbeit befragt:

Perfektionistin, Romantikerin, Idealistin – so beschreiben Sie sich selber. Wollten Sie schon immer Fotografin werden?

Eigentlich wollte ich Tierfilmerin werden. Eine andere Idee war als Verhaltensforscherin in den Urwald gehen. Oder auch Bücher zu schreiben. In meiner Arbeit vereinige ich große Teile meiner drei Berufswünsche.
Mit acht Jahren bekam ich meine erste Kamera und später von meinem Vater eine Rollei Spiegelreflex. Im Keller richtete ich mir mein eigenes Labor ein. Nach dem Gymnasium habe ich bei Agfa Gevaert eine Lehre zur Fotografin absolviert und im Anschluss noch eine weitere zweijährige Fortbildung drangehängt.

Wie kamen Sie zur Tierfotografie?

Ich hatte von klein auf ein enges Verhältnis zu Tieren und zur Natur und bin schon immer viel durch den Wald gestreift. Aufgewachsen bin ich in einem Elternhaus mit Schäferhunden, die mein Vater besonders liebte. Später, selber Mutter, konnte ich wegen meiner eigenen Kinder schlecht in den Urwald fliegen. Daher habe ich mich auf authentische Heimtierfotografie spezialisiert, 1983 mein eigenes Studio gegründet.

Sicher leben Sie auch mit Haustieren zusammen?

Seit ich zurück denken kann. Doch erst mit meinem Umzug 2010 aus der Großstadt München nach Gröbenzell konnte ich meinen Traum verwirklichen: Ein eigenes Haus mit Garten. Diesen Naturgarten habe ich so gestaltet und bepflanzt, dass er Lebensraum bietet für einheimische Tiere und mir gleichzeitig auch als „Außenatelier“ dient. Sicher eingezäunt, können sich hier meine eigenen zehn Katzen tummeln, und ich kann dort ohne Stress nach Bedarf meine anderen tierischen Fotomodelle ablichten. Auch mein Haus ist mit allem eingerichtet, was sich Samtpfoten wünschen. Ein paar hundert Meter vom Wohnhaus entfernt befindet sich dann noch mein Studio. Hier leben meine Hamster, zeitweise auch Mäuse und Wellensittiche. Und: Ich züchte meine eigenen Fotomodelle, Maine Coon und Britisch Kurzhaar Katzen – und direkt vor meiner Gartentüre weiden glückliche Biorinder.

Was inspiriert Sie? Wie kommen Sie zu Ihren Einfällen?

Wenn ich am See sitze oder morgens beim Aufwachen habe ich oft die besten Ideen. Diese versuche ich dann mit den Tieren fotografisch umzusetzen. Meine eigenen tierischen Fotomodelle sind die Kamera gewöhnt und machen stets mit Begeisterung mit. Bei Tieren anderer Halter versuche ich aber auch möglichst stressfrei zu arbeiten und ihnen nichts abzuverlangen, was sie nicht mögen. Grundvoraussetzung dafür ist mein in über 30 Jahren erworbenes Wissen über das Verhalten und Eigenarten der ganz unterschiedlichen Haustiere.

Was ist Ihnen besonders wichtig beim Fotografieren?

Als neugieriger und kreativer Mensch ist es mir wichtig, immer wieder Neues auszuprobieren. Daher bin ich auch nicht festgelegt auf einen Stil oder auf Farbe oder Schwarz-Weiß. Alle gelungenen Fotos werden dann von mir mit Hilfe einer aufwendigen Bildbearbeitung weiter optimiert. Ich stamme ja noch aus dem „Analogzeitalter“ und da gilt grundsätzlich: erst denken und dann fotografieren. Und ich habe einen sehr guten Mitarbeiter, ein freier Fotograf, den ich selber ausgebildet habe.

Wo oder wobei entspannen Sie?

In meinem Garten oder beim spazieren in der Natur, abends vor dem Fernseher oder beim Hörbuch hören mit schnurrenden Katzen auf meinem Bauch. Vorgelesen zu bekommen, finde ich toll! Oder mit Freunden bei einem Weinchen und einem guten Gespräch.

Ein Schlusswort?

Mit meinen Fotos und Kalendern will ich Freude und die Liebe zum Tier vermitteln. Ich halte den Menschen nicht für die Krone der Schöpfung. Es macht mich traurig, wie gedankenlos mit unseren Ressourcen umgegangen wird, und ich unterstütze Tierschutzvereine auch finanziell. Das respektvolle Miteinander aller Lebewesen ist mir wichtig. Ich liebe meinen Beruf und arbeite durchschnittlich siebzig Stunden die Woche. Und gerade war ich für einen neuen großen Heye-Kalender mehrere Wochen im Süden unterwegs. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann weniger Termindruck und mehr Zeit zum Reisen und für all die wunderbaren Dinge, die das Leben sonst noch zu bieten hat!

Von Monika Wegler sind derzeit bei Heye Kalender von Katzen, Hunden, Meerschweinchen, Kaninchen, Wellensittichen und Hamstern im Programm – und 2014 erscheinen zwei neue Posterkalender mit traumhaften Katzenmotiven: “Unter der Sonne des Südens” und “Katzenglück – mit tollen Wohn- und Spielideen” für daheim!

In loser Folge stellen wir Ihnen in der nächsten Zeit einige unserer wichtigsten Künstler und Fotografen vor!

Quelle: © Kalenderblog KV&H Verlag
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